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Liebe Mitglieder und Freunde des CVJM Gummersbach e. V.! Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Wir gehen in die dunkle Jahreszeit hinein - oder soll ich eher sagen: Wir gehen auf Weihnachten zu und auf die Tage, an denen wir uns besonders bewusst machen, dass das Licht der Welt geboren wurde? Es hängt also wesentlich von unserer Perspektive ab. Schaue ich auf die Dunkelheit und das Ende oder
schaue ich auf Jesus? Schaue ich auf die Krisen, die Um- und ‚In’weltzerstörungen? Schaue ich auf den Arbeitsplatzverlust, die gesellschaftlichen, politischen und sozialen Lügen - oder schaue ich auf Gott, den Vater, der „das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit“ für mich hat? Je nach Blickrichtung wird sich meine Stimmung und Haltung anders äußern. Vor kurzem las ich den Satz: „Wenn Menschen Situationen als wirklich definieren, sind sie in ihren Konsequenzen wirklich.“ Hieraus ergibt sich die Frage: „Ist Jesus in meinem alltäglichen Leben und in meinem Lebensstil so real, dass sich daraus praktische Konsequenzen ergeben?“ Von einer praktischen Konsequenz, die ich kürzlich erlebte, will ich dir an dieser Stelle erzählen: Die theologische Ausbildung am Johanneum in Wuppertal ist mit Gemeindepraktika verknüpft. Dazu gehören auch die sogenannten Besuchsfahrten im Herbst. Als ich – Anfang der 90-er – Johanneumsschüler war, war ich für das oberbergische Marienberghausen eingeteilt und drei Jahre lang für jeweils drei Wochen Gast bei einem älteren Ehepaar. Ruth und Eckhard sorgten dafür, dass es mir bei ihnen gut ging. Ich war stets gerne bei ihnen und wir hatten eine gute Beziehung zueinander. Im Frühjahr diesen Jahres erfuhr ich, dass Ruth im Gummersbacher Krankenhaus lag, aber ich wusste nicht, weshalb. Eigentlich wollte ich sie besuchen, aber ich nahm mir dann nicht die Zeit dazu. Ich habe die Situation nicht ergriffen. Einige Zeit später schrieb ich den beiden eine Karte und kündigte einen Besuch bei ihnen an, aber dazu kam es dann nicht mehr, da Ruth zwischenzeitlich verstorben war. Ich hatte die Chance des Wiedersehens und des Begreifens ihrer Lebenssituation verpasst und musste schmerzlich akzeptieren, dass es ein Zu-Spät gibt. Gerne hätte ich ihr gesagt, wie sehr ich sie geschätzt habe. Manchmal kann man Dinge nachholen, Krummes wieder geradebiegen, bei Schuld um Vergebung bitten, aber manchmal ist es zu spät. Besuche Menschen, wenn sie noch leben! Wenn du den Eindruck hast, dass ein Besuch dran ist, dann tu es. Wenn eine Entschuldigung dran ist, dann geh hin und entschuldige dich und schiebe es nicht auf die lange Bank. Lass dich von Gott führen und tu, was er dir ins Herz legt! Die Adventszeit lädt zum Besuch und zur Buße ein, je nach dem, was bei dir dran ist. Nutze die Chance, anderen von der Hoffnung weiterzugeben, die dir Jesus gibt! Ich grüße dich mit der Jahreslosung für 2010: „Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich." Halte an Gott fest! Er segne und führe dich!
Dieter Kullmann
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