Montag, 21. Mai 2012
Der HERR, der gütig ist, wolle gnädig sein allen, die ihr Herz darauf richten, Gott zu suchen.
Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch.

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Gesegnet wird heute viel: Es gibt die Segenswünsche zum Geburtstag oder zu einem anderen persönlichen Anlass. Es gibt die Kindersegnung und den Segen für alle am Ende des Gottesdienstes. Wir wünschen uns einen gesegneten Sonntag, eine gesegnete Mahlzeit und freuen uns, wenn jemand einen gesegneten Appetit hat. Der „irische Segen“ hat bei uns Einzug gehalten für jede Lebenssituation. Wir freuen uns über einen (unverhofften) Geldsegen, leiden aber darunter, wenn der Haussegen schief hängt.

Aber auch Waffen werden gesegnet, das sollte uns nachdenklich stimmen. Es gibt die Ein- und Aussegnung haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter in Gemeinde und CVJM und gerne sichern wir unsere Beratungen in Gremien mit der Bitte um Gottes Segen ab.

Im Alten Testament kommt das Wort Segen/segnen 398 Mal vor (nach Luther). Es war zum einen die Zusage der Nähe und Gnade Gottes und seines allumfassenden Friedens. Verbunden war er meist mit der Zusage irdischen Reichtums: unzählige Nachkommenschaft, Vieh, Ernte, Mägde, Knechte usw. Gerade bei den Erzvätern hat man den Eindruck: Je reicher sie waren umso mehr hat Gott sie gesegnet.

Einen ganz besonderen Segen hat Abraham von Gott erhalten (1.Mose 12,1-3). Dadurch wird er ein Multiplikator göttlichen Segens. Denn: Durch Jesu Tod am Kreuz haben alle Völker – so auch wir heute - Zugang und Anteil an diesem Segen Gottes. (Apostelgeschichte 3,25 und Galater 3,6-9 u. 14).

Ansonsten kommt im Neuen Testament das Wort Segen/segnen nur ungefähr 20 Mal vor. Jesus segnet die Kinder (Markus 10,16), er segnet das Brot bei der Speisung der 5000 (Lukas 9,16) und seine Jünger, bevor er in den Himmel auffährt (Lukas 24,50f). Aber er erwartet von seinen Jüngern (damals wie heute), dass sie selbst zu Segensträgern werden. Sie (wir) sollen sogar die segnen, die ihnen (uns) fluchen (Matthäus 5,44/ Lukas 6,28/ 1.Kor.4,12).

An Gottes Segen ist alles gelegen?! Aber was bedeutet er denn für uns heute?

Segen ist ein konkreter Zuspruch Gottes: Das griechische Wort für Segnen "eulogeo" bedeutet ganz einfach: jemandem etwas Gutes sagen. Wenn jemand gesegnet wird, wird ihm also etwas Gutes von Gott her zugesagt. Noch deutlicher wird es durch das lateinische Wort "signare" (der Ursprung des deutschen Wortes Segen) = signieren. Gott setzt seine Signatur auf den Menschen: „Du gehörst zu mir. Du bist mein Kind. Ich bekenne mich zu dir.“ Unauslöschlich hat Gott meinen Namen in seine Handflächen geschrieben (Jesaja 49, 16). Gott unterschreibt seine Seite des Vertrages. Die Unterschrift ist das Kreuz Jesu.

Segen stellt den Menschen in Gottes Machtbereich: Wir sind Einflüssen, Anfechtungen, widergöttlichen Mächten ausgesetzt. Deshalb brauchen wir eine beschützende Kraft, die stärker ist als alles Bedrohende. Jesus Christus hat diese Mächte überwunden. Der Segen Gottes bestärkt, dass diese Mächte uns nichts mehr anhaben können (Römer 8,38-39). Wer gesegnet ist, ist nicht herausgenommen aus dieser Welt, aber die Kraft Gottes ist mittendrin. Das ist der wesentliche Unterschied.

Segen ist ein „Zuspruch des Himmels“: Der Segen ist mehr als ein Wunsch oder eine Fürbitte. Im Segen wird dem Menschen in Gottes Namen etwas zugesagt. Z.B.: Gott tröstet dich. ER schließt dich in seine Arme. Du bist nicht allein.

Segen kann ein Zuspruch für eine bestimmte Aufgabe sein. Menschen können für eine bestimmte Aufgabe oder einen bestimmten Auftrag z.B. in der Gemeinde/ im CVJM gesegnet werden. So wird ihnen Gottes Nähe und Kraft besonders zugesprochen. Sie dürfen sich als Gottes Mitarbeiter in seinem Reich berufen wissen. Die Gemeinde oder der Mitarbeiterkreis sind Zeugen und tragen den Segen mit.

Segen bedeutet: Die Quelle ist Gott allein. Der Segnende hat keine Ansprüche an den Gesegneten, denn er ist nicht die Quelle des Segens, sondern „nur“ ausführendes Organ. Es ist und bleibt ein Zuspruch Gottes. ER allein ist die Quelle des Segens.

Segnen und gesegnet werden: Segnen ist nicht nur Pfarrern und Hauptamtlichen vorbehalten. Segnen darf jeder „normale“ Christ. Er ist sogar als Jünger Jesu im Neuen Testament dazu aufgerufen. Eines sollten wir wissen: Ein Segen ist nicht irgendetwas Dahergesagtes. Er soll sich an der biblischen Wahrheit orientieren. Segen macht uns auch nicht zu „frommen Endverbrauchern", sondern ist auch Beauftragung, das Empfangene weiterzugeben. (1.Mose 12,2: Ich will dich segnen … und du sollst (wirst) ein Segen sein.)

„Der HERR segne und behüte dich, ER lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. ER erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.“  4.Mose,6,24

Petra Kurpat

 

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