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Die Mittwochabende sind im CVJM ruhig geworden. Kein fröhliches Kickerspiel mehr, keine wunderbaren Düfte afrikanischen Essens, keine Lieder und Gebete mehr. Was ist los? Sie gehörten doch einfach zum Leben unseres CVJM, wenigstens in den vergangenen fast fünf Jahren, die afrikanischen Studierenden.
Es war ein langsames Ende. Viele der Studierenden waren nach Köln gezogen, andere hatten ihr Studium beendet und waren weggezogen. So wurde der Kreis immer kleiner. Es kamen neue Studierende dazu, die hier den Master machen, aber die stehen so stark unter Druck, dass sie nur sporadisch teilnahmen. Wir hätten neu beginnen müssen, mit einem neuen Kreis von jungen Mitarbeitern, mit einem neuen Konzept. Wir hätten neu in der FH Gummersbach einladen müssen, vielleicht auch einen andern Standort suchen müssen in der Nähe der FH oder in der FH. Die große Zahl ausländischer Studierender ist eine Herausforderung an Kirche und CVJM.
Zurückblickend können wir sagen, dass es eine bereichernde Zeit mit den afrikanischen Studierenden war. Für uns hat sich eine neue Welt der ausländischen Studierenden in unserem Land aufgetan. Wir haben Einblick bekommen in die Kulturen ihrer Heimatländer Kamerun, Guinea, Elfenbeinküste, Marokko und andere. Wir haben ihre Probleme miterlebt beim Einleben mit der Sprache, den Finanzen, dem Studium, ihrer Begegnung mit unserer Kultur. Viele von ihnen waren zu Hause eingebettet in feste Rituale, Sitten und Bräuche. Sie waren hier völlig frei, aber auch schutzlos ausgeliefert allen Freiheiten. Besonders im ersten Jahr ihres Aufenthaltes hier war unser Kreis für sie ein fester Anlaufpunkt.
Wir sind dankbar, dass wir noch Kontakt haben dürfen zu zwei Familien hier in Gummersbach. Da ist Odile mit ihrer Tochter Rihana, die wegen ihrer Krankheit eine Studienpause einlegen muss und in dieser schwierigen Phase auch die Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde erfährt. Dann ist da Carole, die vor dem Abschluss ihres Studiums steht, mit ihrem Mann Nikolas und den Kindern Heresia und Aviel, die sich hier wohlfühlen und verwurzelt sind.
Wir sind dankbar für alle Unterstützung, die wir in dieser Zeit erleben durften. Es gab ermutigende Offenheit unseren afrikanischen Studierenden gegenüber. Möglich war diese Arbeit auch nur, weil engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich mit viel Liebe eingesetzt haben. Wir hatten vor fünf Jahren im Mitarbeiterkreis über christliche Gastfreundschaft nachgedacht und waren offen für neue Erfahrungen. Mit Gott haben wir diese Schritte getan und unser Haus für die afrikanischen Studierenden geöffnet. Wir selbst haben dabei Gottes Segen erfahren dürfen.
Günther Haas
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